3,7 Millionen von der angeblichen Maria-Elisabeth Schaeffler – für nur 200 Euro

Inhalt

Eine angebliche Maria-Elisabeth Schaeffler möchte Hugo 3,7 Millionen Euro schenken. Das Geld sei längst für ihn vorgesehen, nur leider noch nicht abgerufen worden. Nach ein paar kurzen Antworten erscheint dann die letzte winzige Hürde vor dem Reichtum: 200 Euro für eine angebliche „Spenden Freigabebescheinigung“. 💸

Die Nachricht stammt nach den vorliegenden Indizien nicht von der bekannten Unternehmerin. Ihr Name wird als glaubwürdig klingende Kulisse für einen klassischen Vorschussbetrug missbraucht: Erst werden Millionen versprochen, dann soll das Opfer echtes Geld und seine Bankverbindung liefern.

Die erste Mail: 3,7 Millionen warten auf Hugo

Am 14. Oktober 2026 erschien die Nachricht mit dem Betreff „Wichtiger Hinweis:“ unter dem angezeigten Absendernamen „Schaeffler Gruppe“. Als Absenderadresse war c.varras@lamut.fr angegeben; im Text wurde dagegen um Kontakt über info@mariaelizabeth.online gebeten.

Ich bin Frau Maria Elisabeth Schaeffler. Ihre großzügige Spende in Höhe von 3.700.000,00 € wurde bisher noch nicht abgerufen. Was ist geschehen? Gibt es ein Problem?

Bitte setzen Sie sich umgehend mit mir in Verbindung, falls Unklarheiten bestehen oder Probleme aufgetreten sind.

Mit freundlichen Grüßen
Frau Maria Elisabeth Schaeffler
E-Mail: info@mariaelizabeth.online

Warum Hugo überhaupt eine Spende erhalten soll, wann sie vereinbart wurde und bei welcher Bank die 3,7 Millionen liegen, bleibt offen. Dafür verwendet die Nachricht gleich zwei vollkommen unterschiedliche Maildomains. Internationale Vermögensverwaltung war offenbar noch nie so flexibel.

Wichtig: Die sichtbare Absenderadresse ist ein dokumentiertes Merkmal der Mail, aber kein Identitätsnachweis. Adressen können gefälscht oder Konten missbraucht worden sein. Aus der Nachricht allein lässt sich daher nicht ableiten, wer sie tatsächlich verschickt hat.

Hugo fragt nach

Hugo wollte wissen, ob unverhoffte Millionen inzwischen vielleicht zum normalen Kundenservice gehören, und antwortete noch am selben Tag denkbar knapp:

Ist das echt?

Am 15. Oktober folgte eine längere Antwort. Im vorliegenden Postfachauszug ist davon allerdings nur diese abgeschnittene Vorschau erhalten:

Ich möchte mich aufrichtig für meine jahrelange Abwesenheit entschuldigen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste ich mich längere Zeit in stationärer Behand[…]

Mehr Inhalt ist nicht überliefert und wird deshalb auch nicht ergänzt. Erkennbar ist immerhin der Versuch, eine gemeinsame Vorgeschichte zu erfinden: Die angebliche Spenderin erklärt eine „jahrelange Abwesenheit“, obwohl bereits die erste Mail nicht verrät, wann und wie der Kontakt überhaupt entstanden sein soll.

Als zunächst keine weitere verständliche Erklärung kam, hakte Hugo am 16. Oktober erneut nach:

Hallo?=

Am folgenden Tag erklärte er sich grundsätzlich gesprächsbereit:

Hallo, ok, was kann ich tun?

Nur drei Minuten später war die angebliche Millionenabteilung wieder voll arbeitsfähig.

Erst betrogen, jetzt angeblich gerettet

Die neue Nachricht baut die Geschichte deutlich aus. Hugo sei bereits Opfer unbekannter Betrüger geworden und habe eine „beträchtliche Summe“ verloren. Die angebliche Maria-Elisabeth Schaeffler wolle nun persönlich helfen und habe fast alle Kosten bereits übernommen. Fast alle – denn ohne 200 Euro lässt sich ein Millionenvermögen bekanntlich nur schwer bewegen.

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Vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung. Nochmals entschuldige ich mich für all die Unannehmlichkeiten, die Ihnen diese unbekannten Betrüger zweifellos bereitet haben. Eines kann ich Ihnen fest versprechen: Ich werde mein Bestes tun, um sicherzustellen, dass Sie zur Rechenschaft gezogen werden. Ich habe bereits entsprechende Schritte eingeleitet, und meine Anwälte ermitteln aktiv in dieser Angelegenheit.

Nach eingehender Prüfung der Spende habe ich festgestellt, dass Sie tatsächlich Opfer eines Betrugs geworden sind und eine beträchtliche Summe verloren haben. Um Sie zu unterstützen, habe ich beschlossen, die Abwicklung der Spendenüberweisung persönlich zu übernehmen. Ich habe bereits alle anderen anfallenden Kosten beglichen; es sind nur noch zwei Schritte erforderlich, bevor die Spende auf Ihr Bankkonto eingeht.

Der einzige Kostenpunkt, den Sie selbst tragen müssen, ist die Gebühr für die Spenden Freigabebescheinigung (SFZ) in Höhe von € 200,00. Sobald diese Zahlung bei uns eingegangen ist, werden wir die Auszahlung der Spende veranlassen € 3.700.000,00

Ich verstehe, dass es angesichts der bisherigen Ereignisse schwierig für Sie sein mag, diesen Betrag aufzubringen. Bitte versuchen Sie jedoch nach Möglichkeit, die Gebühr für die Bescheinigung zu bezahlen, damit Sie endlich erhalten können, was Ihnen rechtmäßig zusteht. Sie haben im Laufe der Jahre bereits viel verloren, während Sie versuchten, diese Spende zu erhalten – es wäre sehr schade, sie sich nun entgehen zu lassen.

Wenn Sie einverstanden sind, antworten Sie bitte auf diese E-Mail und teilen Sie mir die Bankverbindung mit, auf die die Spende überwiesen werden soll. Meine Auszahlung Abteilung wird daraufhin den Verifizierungsprozess für Ihr Konto einleiten.

Sollten Sie sich jedoch unwohl dabei fühlen oder kein Interesse mehr haben, betrachten Sie diese Nachricht bitte als gegenstandslos.

Mit freundlichen Grüßen
Frau Maria-Elisabeth Schaeffler,
E-Mail: info@mariaelizabeth.online
Geschäftsführende Gesellschafterin der Schaeffler Gruppe.

Die Mail behauptet eine „eingehende Prüfung“, nennt aber weder ein Aktenzeichen noch einen Anwalt, eine Bank oder einen überprüfbaren Vorgang. Auch die angebliche „Spenden Freigabebescheinigung (SFZ)“ wird keiner Behörde oder Rechtsgrundlage zugeordnet. Drei Buchstaben in Klammern machen aus einer erfundenen Gebühr noch kein amtliches Verfahren.

Besonders hübsch ist das Versprechen, man werde sicherstellen, dass Hugo „zur Rechenschaft gezogen“ werde. Gemeint waren vermutlich die unbekannten Betrüger. Bei 3,7 Millionen Euro hätte das Budget vielleicht noch für ein zweites Korrekturlesen reichen dürfen.

Hugo möchte die Gebühr verrechnen

Wir lassen die angebliche Spenderin noch ein wenig arbeiten. Hugo zeigt sich grundsätzlich zahlungsbereit, gibt aber weiterhin keine Bankverbindung oder andere echte persönliche Daten heraus. Stattdessen möchte er wissen, wer die geheimnisvolle Bescheinigung ausstellt – und warum man die 200 Euro nicht einfach von den Millionen abziehen kann.

Hallo Frau Schaeffler,

vielen Dank für die Erklärung. Jetzt verstehe ich das besser und bin froh, dass Sie sich persönlich darum kümmern.

Die 200 Euro könnte ich vielleicht auftreiben. Aber nachdem Sie geschrieben haben, dass ich schon einmal betrogen wurde, bin ich natürlich etwas vorsichtig. Können Sie mir bitte zuerst ein Muster von dieser Spenden Freigabebescheinigung oder eine offizielle Rechnung schicken? Ich müsste auch wissen, welche Behörde oder Firma die Bescheinigung ausstellt und an wen genau die 200 Euro bezahlt werden sollen.

Könnten Sie die Gebühr nicht einfach von den 3.700.000 Euro abziehen? Dann würden bei mir eben nur 3.699.800 Euro ankommen. Damit wäre ich auch zufrieden.

Falls das nicht möglich ist, erklären Sie mir bitte, warum ich die Gebühr vorher bezahlen muss und wie die Zahlung ablaufen soll. Danach kann ich mich um alles Weitere kümmern.

Viele Grüße
Hugo

Damit liegen gleich mehrere Fragen auf dem Tisch. Gibt es eine „SFZ“ zum Anschauen? Wer soll das Geld bekommen? Und weshalb scheitert eine Auszahlung über 3,7 Millionen Euro ausgerechnet daran, dass 200 Euro nicht verrechnet werden können? Die Antwort verrät zwar nichts davon, bietet dafür aber Motivationstraining aus dem internationalen Fantasie-Finanzwesen.

Hinweis: Leserinnen und Leser sollten auf solche Nachrichten nicht antworten. Für das dokumentierte Scambaiting verwenden wir keine echten Bank-, Ausweis- oder sonstigen persönlichen Daten und überweisen selbstverständlich kein Geld.

200 Euro – der Preis für lebenslange finanzielle Freiheit

Die angebliche Maria-Elisabeth Schaeffler hat geantwortet. Ein Muster der „Spenden Freigabebescheinigung“, eine Rechnung oder auch nur der Name ihres Ausstellers ist weiterhin nicht dabei. Ebenso unbeantwortet bleibt die Frage, warum die 200 Euro nicht von den angeblichen 3,7 Millionen abgezogen werden können.

Dafür gibt es nun etwas viel Wertvolleres: Motivationstraining aus der Vorschussabteilung. Hugo soll die Zahlung nicht als mögliche Gebühr an unbekannte Empfänger betrachten, sondern als „Investition“ in seine finanzielle Freiheit. Das ist praktisch – jedenfalls für diejenigen, die anschließend über seine 200 Euro verfügen.

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Ich habe Ihre E-Mail gelesen und festgestellt, dass Sie offenbar Opfer eines Betrugs geworden sind. Zunächst möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Es ist bedauerlich, dass Sie nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals Opfer eines solchen Betrugs geworden sind.

Ich weiß, dass 200 € viel Geld für Sie sind, aber betrachten Sie es als den Preis für finanzielle Freiheit für den Rest Ihres Lebens.

Wenn dieses Angebot nur dazu dienen würde, Bürger zu erpressen, würde ich mich an Wohlhabende wenden, die mehr zu bieten hätten. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen; dies geschieht aus reiner Nächstenliebe.

Dies ist eine fantastische Gelegenheit, die Ihr Leben für immer verändern kann. Für nur 200 € können Sie sich Ihren eigenen Spendenbetrag sichern und sich so sofortige finanzielle Freiheit verschaffen.

Ich verstehe, dass 200 € viel Geld erscheinen mögen, aber sehen Sie es als Investition in Ihre Zukunft. Stellen Sie sich den Komfort und die Sicherheit Ihres eigenen Spendenbetrags vor, den Sie jederzeit nutzen können. Dies ist Ihre Chance, Ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und jahrelang sorgenfrei zu leben. Unser Angebot ist nicht darauf ausgelegt, Ihnen Geld abzupressen. Es entspringt dem ehrlichen Wunsch, Menschen wie Ihnen zu mehr finanzieller Sicherheit und Unabhängigkeit zu verhelfen. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Wohlergehen für uns oberste Priorität hat.

Sobald wir Ihre Einzahlung von 200,00 € erhalten haben, wird Ihre Spende umgehend bearbeitet und Ihrem Bankkonto gutgeschrieben. Keine Verzögerungen, keine Komplikationen – ein unkomplizierter Prozess, der Sie Ihren finanziellen Zielen näherbringt.

Wenn Sie diese Gelegenheit nutzen möchten, kontaktieren Sie mich bitte. Ich helfe Ihnen gerne weiter und stelle Ihnen alle notwendigen Informationen zur Verfügung, damit Sie Ihre Spende so schnell wie möglich erhalten. Machen Sie noch heute den ersten Schritt in Richtung finanzielle Unabhängigkeit. Sichern Sie sich Ihre Spende und eröffnen Sie sich vielfältige Möglichkeiten. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen …

Erst Beileid, dann dieselbe Forderung

Es ist bedauerlich, dass Sie nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals Opfer eines solchen Betrugs geworden sind.

Diese angebliche Erkenntnis wird weiterhin durch nichts belegt. Sie erfüllt aber einen praktischen Zweck: Die Absender stellen sich als mitfühlende Retter dar und grenzen sich von „anderen“ Betrügern ab – unmittelbar bevor sie selbst Geld verlangen.

Das ist die bemerkenswerte Logik eines möglichen Recovery Scams: Wer bereits Geld verloren hat, soll besonders empfänglich für das Versprechen sein, nun endlich entschädigt zu werden. Und dafür noch einmal bezahlen.

Freiheit kostet exakt 200 Euro

Ich weiß, dass 200 € viel Geld für Sie sind, aber betrachten Sie es als den Preis für finanzielle Freiheit für den Rest Ihres Lebens.

Die 200 Euro heißen plötzlich nicht mehr Gebühr, sondern „Preis für finanzielle Freiheit“. Das klingt erheblich freundlicher als „Überweisen Sie echtes Geld für eine unbelegte Fantasiebescheinigung“.

Eine Erklärung, weshalb der Betrag im Voraus gezahlt werden muss, liefert die Nachricht weiterhin nicht. Auch Hugos Vorschlag, einfach 3.699.800 Euro auszuzahlen, bleibt unbeantwortet. Die angeblichen Millionen sind offenbar äußerst unflexibel – die echten 200 Euro dagegen dringend erwünscht. 💸

Nächstenliebe mit Zahlungsbedingung

Wenn dieses Angebot nur dazu dienen würde, Bürger zu erpressen, würde ich mich an Wohlhabende wenden, die mehr zu bieten hätten.

Das ist kein Beleg für Seriosität, sondern eine besonders kuriose Schutzbehauptung. Vorschussbetrug funktioniert gerade deshalb mit vergleichsweise kleinen Forderungen, weil viele Menschen 200 Euro eher aufbringen können als mehrere Tausend.

Außerdem spricht die Nachricht selbst von „erpressen“. Hugo hatte diesen Vorwurf gar nicht erhoben. Die angebliche Spenderin widerlegt hier also vorsorglich eine Anschuldigung, die niemand gemacht hat. Sehr beruhigend. Fast so beruhigend wie ein Verkäufer, der ungefragt erklärt, der Kofferraum seines Autos enthalte ganz bestimmt keine Leiche.

Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen; dies geschieht aus reiner Nächstenliebe.

Nächstenliebe ist bekanntlich am glaubwürdigsten, wenn sie erst nach bestätigtem Zahlungseingang wirksam wird.

Aus der Gebühr wird eine Investition

Ich verstehe, dass 200 € viel Geld erscheinen mögen, aber sehen Sie es als Investition in Ihre Zukunft.

Hier wird die Zahlung sprachlich umetikettiert. Eine Investition hat normalerweise einen nachvollziehbaren Gegenwert, bekannte Vertragspartner und überprüfbare Bedingungen. Hier gibt es weiterhin weder Rechnung noch Aussteller der angeblichen Bescheinigung, weder Rechtsgrundlage noch Zahlungsdetails.

Was sicher angeboten wird, ist nur die Überweisung von 200 Euro. Alles danach bleibt ein Versprechen.

Erst zahlen, Informationen später

Ich helfe Ihnen gerne weiter und stelle Ihnen alle notwendigen Informationen zur Verfügung, damit Sie Ihre Spende so schnell wie möglich erhalten.

Genau diese notwendigen Informationen hatte Hugo bereits verlangt. Statt sie zu liefern, schickt die angebliche Spenderin mehrere Absätze über Vertrauen, Zukunft, Sicherheit und finanzielle Freiheit.

Die Reihenfolge bleibt damit bemerkenswert:

  1. Hugo soll an die Millionen glauben.
  2. Hugo soll 200 Euro bezahlen.
  3. Irgendwann gibt es vielleicht die Informationen, anhand derer er die Forderung vorher hätte prüfen können.

Für eine „unkomplizierte“ Auszahlung ist erstaunlich viel Text nötig – nur eine überprüfbare Antwort passt weiterhin nicht hinein.

Was die neue Antwort tatsächlich zeigt

Die Nachricht beantwortet keine der sachlichen Fragen:

  • Kein Muster der angeblichen „Spenden Freigabebescheinigung“
  • Keine Rechnung
  • Kein Aussteller
  • Keine Behörde
  • Keine Rechtsgrundlage
  • Keine Erklärung, warum die Gebühr nicht verrechnet werden kann
  • Noch immer kein überprüfbarer Nachweis für die 3,7 Millionen Euro

Stattdessen setzt sie auf Wiederholung, Mitgefühl, große Zukunftsversprechen und die Verharmlosung der Zahlung als kleine Investition. Das ist kein Nachweis für eine Spende, sondern zusätzlicher Druck, die geforderten 200 Euro doch noch zu überweisen.

Hugo braucht einen kleinen Ratenplan

Hugo möchte sich von seiner finanziellen Freiheit natürlich nicht durch einen vorübergehenden Mangel an finanziellen Mitteln abhalten lassen. Die gesamten 200 Euro kann er im Moment leider nicht aufbringen. Aber vielleicht zeigt sich die angebliche Wohltäterin bei ihrem Eintrittspreis in die sorgenfreie Zukunft ebenso großzügig wie bei den versprochenen Millionen.

Hallo Frau Schaeffler,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich möchte die Gelegenheit gerne nutzen, aber ich habe im Moment leider keine 200 Euro zur Verfügung.

Ich könnte jetzt 100 Euro bezahlen. Die restlichen 100 Euro würde ich Ihnen nächsten Monat schicken, sobald ich wieder Geld bekommen habe. Anders kann ich es finanziell leider nicht schaffen.

Wenn Sie mit dieser Ratenzahlung einverstanden sind, schicken Sie mir bitte die genauen Zahlungsinformationen und erklären Sie mir, wie ich die ersten 100 Euro bezahlen soll.

Viele Grüße

Hugo

Damit ist nun die angebliche Spenderin am Zug. Akzeptiert die internationale Millionenverwaltung auch Ratenzahlung? Und soll Hugo überweisen, Gutscheinkarten kaufen oder einen anderen Zahlungsweg benutzen? Ihre Antwort könnte zeigen, wohin das echte Geld fließen soll – falls 100 Euro Nächstenliebe für den ersten Monat genügen.

Das Zahlungsangebot gehört ausschließlich zum dokumentierten Scambaiting. Hugo wird weder die erste noch die zweite Rate tatsächlich bezahlen.

Jetzt soll Hugo zu WhatsApp wechseln

Auf Hugos Fragen zur Ratenzahlung und zu den konkreten Zahlungsdaten geht die angebliche Frau Schaeffler zunächst nicht ein. Stattdessen möchte sie die Unterhaltung auf WhatsApp verlagern. Die dafür verwendete Nummer lautet +49 15510 501881.

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Ich hoffe, es geht Ihnen gut. Zunächst möchte ich mich für Ihre prompte Antwort auf meine letzte E-Mail bedanken. Es ist mir immer eine Freude, so effizient mit Ihnen zu kommunizieren, und ich weiß Ihre Aufmerksamkeit sehr zu schätzen.

Ich melde mich, um die Möglichkeit zu besprechen, unsere Kommunikationskanäle um WhatsApp zu erweitern. Dies würde uns eine flexiblere und direktere Kontaktmöglichkeit bieten und unsere E-Mail-Korrespondenz ergänzen. WhatsApp eignet sich besonders gut für kurze Updates und Echtzeit-Unterhaltungen, was, wie ich glaube, für unsere laufenden Gespräche von Vorteil sein könnte.

Daher möchte ich Ihnen meine private WhatsApp-Nummer mitteilen. Sie finden die Nummer unten. Ich empfehle Ihnen, sie für später zu speichern:

WHATSAPP-NUMMER: +49 15510 501881

Bitte schreiben Sie mir bei Gelegenheit eine Nachricht über WhatsApp. So stellen wir sicher, dass wir auf mehreren Plattformen in Kontakt bleiben und unsere Kommunikation – ob dringend oder informell – effektiver und effizienter gestalten können.

Mir ist bewusst, wie wichtig zeitnahe Kommunikation in unserer Arbeit ist, und ich glaube, dass dies für uns beide eine zusätzliche Erleichterung darstellt. Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören und hoffe, dass Sie diese neue Kommunikationsmethode genauso vorteilhaft finden, wie ich es erwarte.

Vielen Dank nochmals für Ihre Kooperation und Ihr Verständnis. Ich erwarte Ihre umgehende Antwort per WhatsApp.

Mit freundlichen Grüßen

Die Begründung klingt nach Komfort: kurze Updates, direkter Kontakt und Gespräche in Echtzeit. Für die Absender hat der Wechsel aber noch weitere mögliche Vorteile. Auf WhatsApp können sie unmittelbarer reagieren, mit Benachrichtigungen und Formulierungen wie „umgehende Antwort“ Zeitdruck aufbauen und Hugo leichter in einem fortlaufenden Gespräch halten. Zugleich erhalten sie mit einer ersten Nachricht seine Telefonnummer und – abhängig von seinen Privatsphäre-Einstellungen – möglicherweise weitere Profilinformationen. WhatsApp selbst erläutert, dass sich etwa die Sichtbarkeit von Profilbild, „Info“, Onlinestatus und Lesebestätigungen über die Privatsphäre-Einstellungen steuern lässt.

WhatsApp ist deshalb nicht automatisch ein Warnzeichen und die Nummer beweist nicht, wer tatsächlich hinter dem Kontakt steckt. In diesem Fall ist der Kanalwechsel jedoch Teil einer bereits klar erkennbaren Masche: Die angeblichen 3,7 Millionen sind weiterhin unbelegt, Hugos sachliche Fragen bleiben offen und statt einer Rechnung oder eines Nachweises wird nun ein schnellerer, persönlicherer Kommunikationsweg verlangt. Der Messenger macht die Geschichte nicht seriöser, nur das Drängeln bequemer. 📱🚩

Der erste Kontakt über WhatsApp

Hugo hat den gewünschten Kanalwechsel inzwischen mitgemacht. Nach etwas Smalltalk greift der Kontakt den vorgeschlagenen Ratenplan auf: Wenn man 100 Euro akzeptiere und anschließend die Spende überweise, wolle man wissen, ob Hugo den Restbetrag wirklich nachzahlen werde. Konkrete Zahlungsdaten, eine Rechnung oder einen Beleg für die angeblichen 3,7 Millionen gibt es weiterhin nicht.

WhatsApp-Verlauf mit dem angeblichen Schaeffler-Kontakt: Nach kurzem Smalltalk wird Hugo gefragt, ob er nach der angeblichen Auszahlung auch die restlichen 100 Euro zahlen werde

Zunächst bleibt es bei einer vorsichtigen Annäherung an die erste Rate. Hugo hat erklärt, gerade knapp bei Kasse zu sein. Im nächsten WhatsApp-Ausschnitt folgen dann tatsächlich die Zahlungsdaten.

Update vom 4. November: 100 Euro reichen fürs Erste

Inzwischen akzeptiert der Kontakt zunächst 100 Euro und nennt ein Konto für die Überweisung. Ganz abgeschrieben sind die übrigen 100 Euro allerdings nicht. Im neuen WhatsApp-Verlauf heißt es:

Ich befürchte lediglich Folgendes: Wenn wir jetzt die 100 Euro von Ihnen annehmen, gehen wir davon aus, dass Sie den Restbetrag umgehend überweisen.

Direkt danach wird aus der förmlichen Millionenverwaltung ein persönlicher Vertrauensappell:

Und ich hoffe, dass ich dir diesbezüglich jetzt zu 100 % vertrauen kann – dass du uns also nicht enttäuschen wirst.

Die angebliche Spenderin hat weiterhin keine Rechnung oder überprüfbaren Nachweise geliefert, möchte aber vorsorglich nicht enttäuscht werden. Die Vertrauensprüfung läuft hier offenbar ausschließlich in Hugos Richtung. 🙃

Redigierter WhatsApp-Verlauf: Der angebliche Schaeffler-Kontakt akzeptiert zunächst 100 Euro, erwartet den Restbetrag und nennt ein italienisches Konto; anschließend werden Zahlungsnachweis und Hugos Bankverbindung verlangt

Jetzt gibt es Kontodaten statt Antworten

Die Nachricht nennt BPER BANCA S.P.A., eine italienische IBAN, den Verwendungszweck „Gebühren“ und den Betrag „100 Euro“. Als Kontoname wird ein Personenname angegeben. Kontoname, IBAN und BIC sind im eingebundenen Screenshot teilweise unkenntlich gemacht; wir geben sie hier nicht vollständig wieder. Aus den Zahlungsangaben lässt sich weder ableiten, wer den Kontakt tatsächlich betreibt, noch ob die genannte Person wissentlich beteiligt ist.

Anschließend folgt die konkrete Anweisung:

Bitte überweisen Sie die 100 Euro auf die oben genannte Bankverbindung. Sobald dies erledigt ist, senden Sie mir bitte den Zahlungsnachweis sowie die Bankverbindung, auf die Ihre Spende überwiesen werden soll. Wir werden dann umgehend die notwendigen Schritte einleiten, um Ihre Spende auf Ihr Bankkonto zu überweisen. Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre Mitwirkung; ich erwarte Ihre baldige Rückmeldung.

Damit sind Zahlungsweg und erste Rate nun dokumentiert: 100 Euro per Überweisung, danach sollen ein Zahlungsnachweis und Hugos Bankverbindung folgen. Einen Beleg für die angeblichen 3,7 Millionen gibt es weiterhin nicht. Auch die Frage, warum die Gebühr nicht einfach von der Spende abgezogen werden kann, bleibt unbeantwortet.

Aus den ursprünglich geforderten 200 Euro werden also zunächst 100 Euro Vorkasse, keine nachgewiesene Senkung der Gesamtforderung. Die Hoffnung auf Millionen soll schon die kleinere Überweisung lohnend erscheinen lassen. Hugo überweist selbstverständlich auch diese 100 Euro nicht und gibt keine echten Bankdaten heraus.

Warum ausgerechnet 200 Euro?

Die Forderung wirkt im Vergleich zum versprochenen Betrag erstaunlich niedrig. Genau das macht sie gefährlich: 200 Euro entsprechen nur rund 0,005 Prozent der angeblichen 3,7 Millionen. Wer die große Zahl bereits vor Augen hat, kann die kleine Zahlung leichter als vernünftige letzte Formalität wahrnehmen.

Die Nachricht verstärkt diesen Effekt mit mehreren psychologischen Hebeln:

  • Die letzte Hürde: Alle anderen Kosten seien schon bezahlt, nur diese eine Gebühr fehle noch.
  • Angst vor dem Verpassen: Es wäre „sehr schade“, sich die Millionen jetzt entgehen zu lassen.
  • Behauptete frühere Verluste: Hugo habe über Jahre bereits viel Geld investiert. Dadurch soll Aufgeben wie ein endgültiger Verlust wirken.
  • Künstliche Fürsorge: Die angebliche Spenderin habe den Betrug erkannt, Anwälte eingeschaltet und übernehme die Abwicklung persönlich.

Die Geschichte trägt damit auch Züge eines Recovery Scams, also eines Betrugs mit der Hoffnung auf Wiedergutmachung früherer Verluste. Ob die Absender tatsächlich etwas über frühere Zahlungen wissen, ist nicht belegt. Die Behauptung allein genügt, um Mitgefühl, Hoffnung und bereits investiertes Vertrauen auszunutzen.

Die 200 Euro wären außerdem keineswegs ein Beweis dafür, dass danach Geld ausgezahlt wird. Die Polizeiliche Kriminalprävention beschreibt genau dieses Muster: Hohe Geldsummen werden versprochen, vorher sollen jedoch Gebühren, Steuern oder andere angebliche Kosten bezahlt werden. Wer zahlt, verliert sein eigenes Geld.

Bekannter Name, alte Masche

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann ist eine reale Unternehmerin. Die offizielle Schaeffler-Seite führt sie als Gesellschafterin der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG und Geschäftsführerin der IHO Verwaltungs GmbH. Das macht die vorliegende Nachricht aber nicht glaubwürdig – im Gegenteil: Nach den vorhandenen Indizien wird ihr Name lediglich benutzt, um einer frei erfundenen Millionenspende Gewicht zu verleihen.

Die in der Mail verwendeten Adressen c.varras@lamut.fr und info@mariaelizabeth.online gehören nicht zur offiziellen Domain schaeffler.com. Sogar beim Vornamen stolpert die zweite Adresse: Aus Elisabeth wird dort elizabeth. Derartige Abweichungen sind kein technischer Beweis für Betrug, zusammen mit dem unbelegten Geldversprechen und der Vorauszahlung aber ein deutliches Warnsignal.

Es ist zudem nicht der erste Versuch mit diesem Namen. Bereits 2025 dokumentierten wir eine angebliche Schaeffler-Spende über 1,8 Millionen Euro. Damals führten die Mails zu einer vermeintlichen Bank, Kontogebühren und schließlich zur Forderung nach einer Apple Gift Card: „Millionen von Maria Elisabeth Schaeffler, warum nicht gleich ein Schloss dazu?“

Auch Warren Buffett wurde erst kürzlich als vermeintlicher Millionenspender missbraucht. Die Namen und Beträge wechseln, das Geschäftsmodell bleibt: Prominenz liefert geliehene Glaubwürdigkeit, das Opfer liefert echte Daten und echtes Geld.

Die Warnzeichen

  • Unverlangte Millionen: Hugo hat keine nachvollziehbare Spende vereinbart und erhält trotzdem angeblich 3,7 Millionen Euro.
  • Missbrauch eines bekannten Namens: Die reale Unternehmerin wird als Vertrauensanker eingesetzt, ohne dass die Nachricht von ihr stammt.
  • Unpassende Mailadressen: Absender, Antwortadresse und behauptetes Unternehmen verwenden drei unterschiedliche Domains.
  • Erfundene Vorgeschichte: Eine jahrelange Abwesenheit und frühere Verluste werden behauptet, aber nicht belegt.
  • Gebühr vor Auszahlung: Erst werden 200 Euro verlangt, später genügen zunächst 100 Euro auf ein italienisches Konto. Der Restbetrag wird weiterhin erwartet.
  • Fantasie-Dokument: Für die „Spenden Freigabebescheinigung (SFZ)“ fehlen Aussteller, Rechtsgrundlage und nachvollziehbarer Zweck.
  • Bankdaten verlangt: Zusätzlich zur Zahlung soll Hugo seine Kontoverbindung preisgeben.
  • Wechsel zu WhatsApp: Statt offene Fragen zu beantworten, fordert die angebliche Spenderin eine umgehende Nachricht an +49 15510 501881.
  • Sprachliche Brüche: „Auszahlung Abteilung“, wechselnde Schreibweisen und die versehentliche Drohung gegen den Empfänger passen nicht zu einer professionellen Millionenüberweisung.

Was tun?

Nicht antworten, keine Bankverbindung oder Ausweisdaten senden und weder die geforderten 200 Euro noch eine erste Rate von 100 Euro bezahlen. Der Absender sollte blockiert und die Nachricht als Spam beziehungsweise Betrugsversuch markiert werden. Wer unsicher ist, kontaktiert das genannte Unternehmen ausschließlich über Kontaktdaten, die selbst auf dessen offizieller Website aufgerufen wurden – niemals über Adressen aus der verdächtigen Mail.

Wer bereits gezahlt hat, sollte sofort die eigene Bank oder den verwendeten Zahlungsdienst kontaktieren und prüfen lassen, ob sich die Zahlung noch stoppen lässt. E-Mails, Header, Zahlungsbelege und weitere Nachrichten sollten als Beweise gesichert und der Polizei übergeben werden. Wurden Bankdaten mitgeteilt, sollte auch die Bank darüber informiert und das Konto besonders aufmerksam kontrolliert werden.

Die Polizei rät bei falschen Geldversprechen grundsätzlich, keine Gebühren für die Auszahlung eines vermeintlichen Gewinns zu zahlen. Dass inzwischen zunächst „nur“ 100 Euro genügen sollen, macht die Forderung nicht seriöser – lediglich leichter zu bezahlen.

Fazit: Viele Versprechen, keine einzige Antwort

Die angebliche Spenderin hatte Gelegenheit, Hugos einfache Fragen zu beantworten. Sie hätte eine Rechnung, den Aussteller der Bescheinigung oder eine nachvollziehbare Erklärung für die Vorauszahlung nennen können. Geliefert hat sie stattdessen Werbesprache über Nächstenliebe, Investitionen und lebenslange finanzielle Freiheit – und anschließend die Aufforderung, über WhatsApp weiterzuschreiben. Dort folgen nun ein italienisches Empfängerkonto und die Zahlungsanweisung für zunächst 100 Euro.

Damit ist das Muster noch deutlicher: Die 3,7 Millionen bleiben unbelegt, die verlangte Vorauszahlung ist dagegen sehr real – inzwischen sollen zunächst 100 Euro genügen, während der Rest weiterhin erwartet wird. Wer sie überweist, kauft keine finanzielle Freiheit – sondern finanziert den nächsten Versuch, noch mehr Geld zu verlangen.

Hugo wird weder zahlen noch Bankdaten übermitteln. Denn wenn eine angebliche Millionenspende nur an 200 Euro scheitert, existiert sehr wahrscheinlich nicht die Spende, sondern lediglich die Rechnung.

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