6,5 Millionen Euro aus Spanien: Vega and Paulson suchen einen Gewinner

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Hugo ist Millionär! Schon wieder. Diesmal wartet in Spanien ein angeblich nicht beanspruchter Lotteriegewinn auf ihn. Die vermeintliche Anwaltskanzlei Vega and Paulson möchte statt lästiger Nachweise zunächst nur ein ausgefülltes Formular und eine Kopie des Personalausweises. Bei 6,5 Millionen Euro kann man über Datenschutz doch ruhig einmal hinwegsehen, oder? Lieber nicht. 🎰💸

Die E-Mail von cascos.seguros1@gmail.com

Die Nachricht wurde von cascos.seguros1@gmail.com verschickt. Eine spanische Kanzlei, die Millionengewinne abwickelt, schreibt also über ein kostenloses Gmail-Postfach, nennt im Briefkopf aber gleich zwei andere E-Mail-Adressen. Das internationale Rechtswesen ist offenbar flexibler geworden.

ANWALTSKANZLEI VEGA AND PAULSON
CALLE DE GALILEO 102, 28003 MADRID. ESPAÑA
TEL: (0034 610 714 146) FAX: 0034 910 634 321
EMAIL: abogados-vegapaulson@consultant.com
OR: shintest@abogados-vegapaulson.com

Sehr geehrter, Hugo

Wir haben Ihre E-Mail erhalten, Im Anhang finden Sie die Details zu Ihren Gewinnen und Antragsverfahren.

Bitte füllen Sie das Zahlungsabwicklung Formular aus und senden Sie es per E-Mail an uns zurück, damit wir mit der Bearbeitung und Auszahlung Ihres Gewinns beginnen können

Senden Sie bitte auch eine Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses mit dem Formular.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

DON. WILLIAM SANCHEZ.
VEGA UND PAULSON.
(ANWALTSKANZLEI)

Welche E-Mail Hugo zuvor an diese Kanzlei geschickt haben soll, bleibt offen. Dafür geht es ohne Umwege an die persönlichen Daten: Name, Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum, Beruf, Nationalität und eine Ausweiskopie werden verlangt. Das ist kein kleiner Formalismus, sondern ein ziemlich brauchbares Paket für Identitätsmissbrauch und weitere, personalisierte Betrugsversuche.

Der „Gewinnnachweis“: Aus 3,9 werden 6,5 Millionen Euro

Im Anhang stecken ein Anmeldeformular und die angebliche Erklärung für Hugos plötzlichen Reichtum:

Anmeldeformular und angeblicher Gewinnnachweis der Kanzlei Vega and Paulson über 6,5 Millionen Euro

Laut Schreiben betrug der ursprüngliche Gewinn 3.906.315 Euro. Weil er mehr als zwei Jahre nicht abgeholt worden sei, habe eine Investmentgesellschaft das Geld gekauft und weiter angelegt. Inzwischen sollen daraus exakt 6.540.225,10 Euro geworden sein. Nicht schlecht für einen Gewinn, von dem Hugo bis zu dieser Mail noch gar nichts wusste. 📈

Das Dokument liefert einige schöne Warnzeichen gleich mit:

  • Keine konkrete Lotterie: Weder Ziehung noch Losnummer oder ursprüngliches Gewinnjahr werden genannt. Stattdessen ist nur allgemein von einer Weihnachtsförderlotterie die Rede.
  • Widersprüchliche Kontaktwege: Die E-Mail verlangt eine Antwort per E-Mail, das Formular soll laut Anhang jedoch an das Büro gefaxt werden.
  • Drei E-Mail-Adressen: Absender ist ein Gmail-Konto, während Briefkopf und Anhang Adressen bei consultant.com und abogados-vegapaulson.com nennen.
  • Datensammlung statt Gewinnprüfung: Noch bevor nachvollziehbar belegt wird, dass Hugo überhaupt teilgenommen hat, soll er seinen Ausweis übermitteln.
  • Künstlicher Zeitdruck: Der Anspruch müsse vor dem 13. November 2026 geltend gemacht werden, sonst werde das Geld erneut angelegt.
  • Amtliche Dekoration: Logo, Stempel, Unterschrift, Aktenzeichen und der groß klingende Zusatz „Rechtsanwaelte am obersten Gerichtshof“ sehen wichtig aus, beweisen aber überhaupt nichts.

Das Vorgehen passt zum Vorschussbetrug. Zuerst lockt eine enorme Gewinnsumme. Danach werden persönliche Daten und Dokumente eingesammelt. Im nächsten Schritt folgen erfahrungsgemäß angebliche Steuern, Anwaltskosten, Transfergebühren oder Gebühren für ein benötigtes Zertifikat. Der Millionenbetrag bleibt dabei stets nur eine letzte Zahlung entfernt.

Eine Ausweiskopie sollte man solchen Absendern keinesfalls schicken. Sie kann für weitere Täuschungen verwendet werden – etwa um gegenüber späteren Opfern eine falsche Identität glaubhaft zu machen. Auch das Formular gehört nicht mit echten Angaben ausgefüllt.

Hugo fragt nach 🐾

Wir möchten natürlich wissen, wie aus einem unbekannten Gewinn ein Vermögen von über 6,5 Millionen Euro wurde. Deshalb lassen wir Hugo höflich nachhaken, ohne echte persönliche Daten oder Dokumente zu übermitteln:

Betreff: Mein Gewinn und das Formular

Sehr geehrter Herr Sanchez,

6.540.225,10 Euro – da musste ich mich erst einmal setzen. Mein Dackel Waldi auch, obwohl der sowieso schon saß.

Ich fülle das Formular gerne aus, aber ich habe noch ein paar Fragen: Bei welcher Lotterie und in welchem Jahr habe ich gewonnen? Haben Sie auch die Losnummer oder einen Beleg für meine damalige Teilnahme? Im Formular steht außerdem, ich soll alles faxen, in Ihrer E-Mail schreiben Sie aber, ich soll es per E-Mail senden. Was ist denn nun richtig?

Meinen Personalausweis möchte ich nicht einfach per E-Mail verschicken. Können Sie mir bitte zuerst erklären, warum Sie den benötigen und wie die 3.906.315 Euro genau auf 6.540.225,10 Euro angewachsen sind?

Millionenschwere Grüße
Hugo und Waldi 🐾

Jetzt warten wir ab, ob Don William Sanchez die Lotterie, die Losnummer und die wundersame Geldvermehrung erklären kann – oder ob als Antwort direkt die erste Gebührenrechnung eintrudelt.

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