50 Millionen Dollar im E-Tresor: Sergei sucht den Geschäftsführer
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Es ist mal wieder soweit: Die digitale Lotterie hat zugeschlagen! In meinem Postfach landete ein Angebot, das man eigentlich nicht ablehnen kann. Ein mysteriöser Unbekannter möchte schlappe 50 Millionen US-Dollar bewegen und braucht dafür dringend meine Hilfe. Spoiler-Alarm: Ein seriöses Geschäftsangebot sieht anders aus.
Die E-Mail von sergei.lai58@gmail.com
Die erste Kontaktaufnahme ist kurz, absolut professionell und kommt natürlich von einer hochgradig vertrauenswürdigen E-Mail-Adresse: sergei.lai58@gmail.com. Nichts schreit so sehr nach Millionen-Deals und Hochfinanz wie ein kostenloser Gmail-Account. Immerhin winken 35 % Provision. Da ich aber bekanntermaßen kein Geschäftsführer bin, war ich so ehrlich und habe direkt abgewinkt.
ATTN: An den Geschäftsführer/CEO: Kann ich auf Ihr Vertrauen zählen, wenn es um die Überweisung von 50 Millionen US-Dollar aus einem sicheren elektronischen Tresor geht? Sie behalten 35 %. Bitte antworten Sie. E-Mail: sergei.lai58@gmail.com. Vielen Dank.
Wir schreiben kurz zurück:
Glaube da sind sie bei mir nicht richtig, ich bin kein geschäftsfährer
Sergei oder Eugene? Hauptsache, das Geld muss weg!
Hallo Hugo,
Entschuldige bitte, dass ich dich versehentlich an die falsche Adresse geschickt habe. Könntest du mir bitte helfen? Kann ich auf dein Vertrauen in Bezug auf mein Geld zählen?
Bitte melde dich bald bei mir. Vielen Dank!
Eugene
Dass ich gar kein Geschäftsführer bin, stört unseren edlen Spender plötzlich überhaupt nicht mehr. Das Geld muss offenbar so dringend in Sicherheit gebracht werden, dass meine fehlende Qualifikation einfach gekonnt ignoriert wird.
Die wahre Überraschung ist ohnehin die akute Identitätskrise auf der anderen Seite: Aus dem guten Sergei (laut E-Mail-Adresse) ist am Ende der Mail ganz unvermittelt ein “Eugene” geworden. Bei 50 Millionen Dollar arbeiten im Hintergrund wohl gleich mehrere Scammer im Schichtdienst an einer einzigen Nachricht – oder beim Copy-Paste ist einfach der Finger ausgerutscht.
Hugo antwortet, skeptisch
Wir bleiben natürlich in unserer Rolle und spielen den vorsichtigen, aber nicht ganz abgeneigten Internetnutzer. Schließlich darf man nicht jedem einfach so vertrauen! Wir haken also mal ganz unschuldig nach:
Hallo Eugene,
helfen tue ich ja gerne, aber man muss heutzutage im Internet ja wirklich extrem vorsichtig sein, da liest man ja die wildesten Sachen!
Um wie viel Geld geht es denn da eigentlich genau? Und vor allem: Ist das überhaupt alles legal? Ich möchte da ungern in irgendwelche Schwierigkeiten geraten.
Viele Grüße Hugo
Mal sehen, ob Sergei-Eugene uns jetzt eine wasserdichte juristische Erklärung für seinen 50-Millionen-E-Tresor liefert.
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