Frau Romina Viccario verteilt Millionen: Mein Gewinn bei der Caixa Bank
Inhalt
Analyse: Wenn der Traum vom Reichtum an der Gmail-Adresse (mrenz@renzmchambers.com) scheitert
Wer träumt nicht davon: Man hat an keinem Gewinnspiel teilgenommen, wird nicht einmal mit Namen angesprochen („Sehr geehrter Gewinner“), streicht aber trotzdem mal eben vier Millionen Euro ein. Dass dabei der Betrag charmant als (€4,000,000,00) mit doppelten Kommata formatiert wird, zeugt natürlich von absoluter Finanzmathematik auf höchstem Niveau.
Sehr geehrter Gewinner,
Ihr Name wurde mit einer Coupon-Gewinnnummer 79432 verknüpft und registriert, mit der Sie schließlich die Gesamtsumme von (€4,000,000,00) Vier Millionen Euro gewonnen haben.
Bitte füllen Sie das Bearbeitungsformular aus und senden Sie uns Ihre Bankkontoinformationen zurück, damit wir Ihr Geld gutschreiben können.Name (Herr, Frau, Frau, Dr. usw.):
Vorname:
Zweiter Vorname:
Nachname:
Geburtsdatum (JJJJ-MM-TT):
Geschlecht:
Familienstand:
Adresse:
Stadt:
Bundesland/Provinz:
PLZ:
Land:
Telefon:
Mobiltelefon:
Beruf:
WhatsApp-Nummer:
Reisepass oder Führerschein:
Direkte E-Mail-Adresse:Frau Romina Viccario
Abteilung für internationale Geldüberweisungen
Rufen Sie uns an: +34 632 474 302 Email verarbeitungabteilung@gmail.com
Referenznummer der BBA/Caixa Bank:EU/D/ONU/ES79432./26.
Besonders vertrauenserweckend sind wie immer die Details:
- Die Hochsicherheits-Mailadresse: Welches internationale Kreditinstitut wickelt Überweisungen im Millionenbereich schließlich nicht über eine professionelle
gmail.com-Adresse ab? - Die Sprachvariationen: Bei der Anrede darf man freundlicherweise zwischen „Herr, Frau, Frau, Dr. usw.“ wählen – doppelt hält schließlich besser!
- Das Rundum-Sorglos-Datenpaket: Neben Bankverbindung, Beruf, WhatsApp-Nummer und kompletter Adresse verlangt Frau Romina Viccario ganz uneigennützig direkt eine Kopie vom Reisepass oder Führerschein. Wer kann da schon Nein sagen?
Fazit: Ein wunderbar übertriebener Versuch von Identitätsdiebstahl. Wer hier antwortet, bekommt garantiert keine Millionen, sondern im besten Fall eine Einladung zur nächsten Welle Phishing-Mails.
Hugos Nachfrage: Der Köder ist ausgelegt
Anstatt die E-Mail einfach zu ignorieren, haben wir die Betrüger auf die Probe gestellt. Unter unserem bewährten Scambaiting-Pseudonym Hugo haben wir höflich nachgehakt: Kann das wirklich echt sein? Und warum nutzt eine internationale Großbank eigentlich eine Freemail-Adresse von Google?
Wir haben Frau Viccario um ein offizielles Zertifikat oder einen Nachweis gebeten – schließlich schickt man seine Ausweispapiere nicht jedem beliebigen Absender. Jetzt heißt es abwarten, mit welchen kreativen Ausreden und gefälschten Dokumenten die Betrüger versuchen werden, Hugo doch noch zu überzeugen.
Sehr geehrte Frau Viccario,
ich habe gerade Ihre E-Mail gelesen und bin ehrlich gesagt etwas überrascht, aber natürlich auch erfreut.
Bevor ich Ihnen aber meinen Pass und alle meine privaten Daten schicke: Ist das wirklich echt? Ich kann mich gar nicht daran erinnern, bei einem Gewinnspiel oder einer Lotterie mit der Nummer 79432 mitgemacht zu haben. Woher haben Sie denn meine E-Mail-Adresse?
Und warum schreiben Sie mir von einer Gmail-Adresse, wenn Sie doch für die Caixa Bank arbeiten? Verstehen Sie mich nicht falsch, 4 Millionen Euro wären natürlich ein Traum für mich, aber man hört heutzutage ja so viel Schlimmes im Internet.
Haben Sie vielleicht ein offizielles Zertifikat oder ein Schreiben von der Bank, das mir beweist, dass alles mit rechten Dingen zugeht? Sobald ich sicher bin, schicke ich Ihnen natürlich sofort alle gewünschten Unterlagen zu.
Mit freundlichen Grüßen,
Hugo
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