600.000 $ geschenkt? Warum ich Sir Leonard Blavatniks Kumpelangebot leider ablehnen muss
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Die E-Mail von leonardvalentinovich-outreach@hotmail.com
Wer träumt nicht davon? Man öffnet morgens völlig ahnungslos sein Postfach und findet eine Nachricht, die sämtliche Finanzsorgen auf einen Schlag in Luft auflöst. 600.000 US-Dollar, einfach so, per digitalem Glücksrad!
Bescheiden wie der Spender ist, nutzt er dafür nicht etwa die offizielle Firmenadresse von Access Industries, sondern eine gewöhnliche Hotmail-Adresse (leonardvalentinovich-outreach@hotmail.com). Denn welcher Multimilliardär regelt seine weltweiten Wohlfahrtsakten schließlich nicht über einen kostenlosen Freemail-Anbieter?
Guten Tag,
mein Name ist Sir Leonard Valentinovich Blavatnik. Sie gehören zu den Personen, die für eine Spende meines Unternehmens, Access Industries, ausgewählt wurden.
Ich habe beschlossen, weltweit zufällig ausgewählten Personen jeweils 600.000,00 US-Dollar (sechshunderttausend US-Dollar) zukommen zu lassen. Mit Erhalt dieser E-Mail dürfen Sie sich als einer der glücklichen Empfänger betrachten. Ihre E-Mail-Adresse wurde online nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.
Bitte antworten Sie mir baldmöglichst, damit ich die Gültigkeit Ihrer E-Mail-Adresse bestätigen kann.
Über den folgenden Link können Sie mehr über mich erfahren:
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Len_BlavatnikMit freundlichen Grüßen
Sir Leonard Valentinovich Blavatnik
Präsident, Access Industries.
Der echte Leonard Valentinovich Blavatnik
Der Name im Absender ist dabei gar nicht so zufällig gewählt wie die vermeintlichen Empfänger: Sir Leonard Valentinovich Blavatnik (meist kurz Len Blavatnik) existiert nämlich wirklich. Der britisch-US-amerikanische Geschäftsmann sowjetischer Herkunft hat mit seiner Beteiligungsgesellschaft Access Industries tatsächlich ein Milliardenvermögen aufgebaut (unter anderem gehört ihm die Warner Music Group) und fällt immer wieder durch riesige Spenden an Museen und Universitäten auf. Nur eines macht der echte Sir Leonard garantiert nicht: Über obskure Hotmail-Konten 600.000-Dollar-Schecks an zufällige E-Mail-Adressen verteilen.
Phase 1: Die Kontaktaufnahme – Hugo schlägt zurück!
Natürlich lässt man so eine einmalige Chance nicht einfach verstreichen. Anstatt die E-Mail wie jeder langweilige Vernunftmensch direkt im Spam-Ordner zu versenken, haben wir das Ruder an unseren virtuellen Test-Dummy übergeben: Hugo.
Boah Ey, Sir Leonard, leck mich am Ärmel! 600.000 Dollar?! Ich hab das erst gar nicht geglaubt, als ich die Mail vorhin auf’m Handy gelesen hab, während mein Dackel „Bodo“ an den Reifen von meinem 3er BMW gepinkelt hat. Ich hab direkt beim BMW-Club Wanne-Eickel e.V. in der WhatsApp-Gruppe Bescheid gesagt, dass ich beim nächsten Treffen die Kiste Pils schmeiß!
Aber sag mal kurz ganz ehrlich unter uns Männern: Ist das auch wirklich 100% legal? Nicht dass ich da Ärger mit der Polizei oder dem Finanzamt kriege, ich bin ein anständiger Typ und will keinen Stress.
Wie machen wir das jetzt? Überweist du die Kohle direkt auf mein Girokonto bei der Sparkasse oder wie läuft das ab? Sag Bescheid, was du von mir brauchst, damit der Zaster bald rollt!
Schöne Grüße aus Wanne-Eickel,
dein Hugo
Hugo ist eine ehrliche Haut aus Wanne-Eickel, stolzer Besitzer eines betagten 3er-BMWs, leidenschaftlicher Dackelhalter und finanziell sagen wir mal… optimistisch gestimmt. Ein echter Prachtkerl mit viel Herz, aber überschaubarer Skepsis.
Um den „Milliardär“ ein wenig auf den Zahn zu fühlen (und herauszufinden, wann die Falle zuschnappt), hat Hugo direkt vom Smartphone aus geantwortet. Schließlich muss die Kiste Pils für den nächsten Stammtisch im BMW-Club irgendwie finanziert werden:
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