Vorsicht vor Millionen-Versprechen: Die Masche mit dem Namen Clare Lombardelli
Inhalt
Post von der Bank of England? Schön wär’s! Ein klassischer Scam-Fall!
Die E-Mail von clarelombardelli.c.b.e@gmail.com
Auf den ersten Blick lockt das große Geld, doch bei genauerem Hinsehen fällt das Kartenhaus sofort zusammen.
Wir haben eine nicht beanspruchte Summe von 7 Millionen Pfund, die mit Ihrem Namen verknüpft ist. Für dringende Ansprüche senden Sie bitte Ihren vollständigen Namen an: clarelombardelli.c.b.e@gmail.com
Hier sind die drei entscheidenden Red Flags:
- Die Gmail-Falle: Eine Top-Ökonomin der Bank of England nutzt für offizielle Millionen-Transaktionen keine kostenlose @gmail.com-Adresse. Offizielle Post käme ausschließlich von einer verifizierten Behörden-Domain.
- Falsche Autorität: Das Kürzel „C.B.E.“ im Namen soll Seriosität vorgaukeln. Es ist ein klassischer Bluff, um Vertrauen zu erschleichen und die Absenderin als echte Person des öffentlichen Lebens (Clare Lombardelli) zu tarnen.
- Der Daten-Köder: Die Aufforderung, den vollen Namen zu senden, ist nur der Anfang. Ziel ist der Identitätsdiebstahl oder die sogenannte „Vorschusslorbeere“: Bevor die angeblichen Millionen fließen, sollen die Opfer „Gebühren“ oder „Steuern“ im Voraus bezahlen.
Fazit: Wer hier antwortet, gewinnt keine 7 Millionen, sondern verliert im schlimmsten Fall sein eigenes Geld und seine Daten. Direkt löschen!
Hugo fragt nach
Wir lassen uns das nicht zweil mal sagen, sind aber skeptisch.
Wie komme ich gerade zu dem Glück? Ich bin nur ein einfacher Mann und Pfund?
Plot-Twist: Clare wird zur Komplizin!
Wie erwartet, kommt die Antwort schnell!
Haltet euch fest, die Story wird besser als jeder Sonntags-Krimi. „Clare“ hat ausgepackt und uns ein unmoralisches, aber natürlich völlig seriöses Angebot gemacht.
📄 Wir haben eine Verwandten mit viel Geld
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Mein Name ist Clare Lombardelli (CBE), Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank von England. Ich kontaktiere Sie vertraulich bezüglich des verstorbenen Kunden Dr. Thomas J. , der 2009 7.000.000 £ (sieben Millionen britische Pfund) bei unserer Private-Banking-Abteilung angelegt hat.
2010 wurden die Gelder auf seinen Wunsch hin liquidiert und in Erwartung seiner Ankunft in Großbritannien auf ein Privatbankkonto in Schottland überwiesen. Kurz darauf brach der Kontakt ab. Die anschließenden Ermittlungen bestätigten, dass er im Alter von 64 Jahren in Frankreich verstorben ist, ohne ein Testament zu hinterlassen oder Angehörige zu benennen. Das Konto ist seitdem inaktiv.
Trotz interner Bemühungen konnte kein rechtmäßiger Begünstigter ermittelt werden. Ihre Daten sind jedoch aufgrund von Ähnlichkeiten im Nachnamen und der Nationalität aufgetaucht. Sollte bis zum Ende des Geschäftsjahres kein berechtigter Anspruch geltend gemacht werden, werden die Gelder an die staatlichen Behörden überwiesen.
Mein Vorschlag lautet wie folgt:
Sie haben eine besondere Gemeinsamkeit mit dem Verstorbenen: Sie stammen beide aus demselben Land und tragen den Nachnamen . Ich bin bereit, Sie in die Lage zu versetzen, die Hudson International Bank PLC anzuweisen, die Einlage an Sie als alleinigen Begünstigten und nächsten Angehörigen freizugeben.
Ich bin bereit, das Geld mit Ihnen zu teilen. Das heißt, ich trete als nächster Angehöriger auf, lege Ihnen die notwendigen Dokumente vor und veranlasse die Freigabe der Einlage. Wir teilen den Erlös 50/50. Ich hätte die Freigabe des Geldes auch direkt für mich beantragt, aber das hätte meine Beteiligung an der Geltendmachung der Einlage offengelegt. Ich versichere Ihnen, dass ich die Freigabe der Einlage innerhalb einer Woche veranlassen kann. Ich werde die Bank lediglich über den endgültigen Abschluss der Akte des Verstorbenen informieren. Anschließend werde ich die Hudson International Bank PLC offiziell kontaktieren und sie anweisen, die Einlage an Sie freizugeben. Damit ist alles erledigt. Alternativ könnten wir die Hudson International Bank PLC veranlassen, die Gelder auf ein anderes Konto bei Ihnen zu überweisen.
Ich möchte nicht, dass Sie mich über meine offiziellen Telefonleitungen oder meine offizielle E-Mail-Adresse kontaktieren. Bitte nutzen Sie ausschließlich diese private E-Mail-Adresse. Ich möchte jeglichen Verdacht vermeiden, der durch eine direkte Verbindung zwischen uns entstehen könnte. Meine offiziellen Telefonleitungen und E-Mails werden regelmäßig im Rahmen unserer internen Verwaltungsrichtlinie (Total Management Policy, TMP) überwacht. Bitte beachten Sie diese Anweisung unbedingt. Ich möchte nochmals betonen, dass ich eine Familienmutter bin – ich habe einen Ehemann und zwei wundervolle Töchter. Ich habe Ihnen diese E-Mail nicht ohne Bedenken hinsichtlich der möglichen Konsequenzen geschrieben. Ich weiß jedoch, dass man nichts gewinnen kann, wenn man nichts wagt, und dass Erfolg und Reichtum nie leicht zu erlangen sind. Diese Erkenntnis habe ich in meiner langjährigen Erfahrung im Private Banking gewonnen. Bitte missbrauchen Sie mein Vertrauen nicht, wenn wir uns einig sein können.
Falls Sie Bedenken bezüglich dieses Projekts haben und es abbrechen möchten oder es als zynisch empfinden, löschen Sie bitte diese E-Mail und führen Sie Ihr Leben weiter, als hätte ich nie Kontakt zu Ihnen aufgenommen. Ich bin eine integre und respektvolle Frau, meine Kollegen schätzen mich sehr. Sollten Sie jedoch an diesem Projekt interessiert sein, geben Sie mir bitte Ihr Einverständnis, und wir können beginnen. Ich erwarte Ihre umgehende Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Clare Lombardelli
Mitglied des geldpolitischen Ausschusses
Bank von England (http://www.bankofengland.co.uk)
Vereinigtes Königreich
Hier die Highlights ihres Drehbuchs:
- Der tote Onkel aus Frankreich: Ein gewisser Dr. Thomas J. hat 2009 sieben Millionen Pfund vergessen (passiert den Besten) und ist dann praktischerweise ohne Testament verstorben.
- Die Namens-Lotterie: Weil wir denselben Nachnamen tragen (was bei „Müller“ oder „Schmidt“ ja quasi ein DNA-Beweis ist), sollen wir uns die Kohle einfach krallen.
- 50/50 unter Freunden: Clare fälscht die Dokumente, wir spielen den Erben, und am Ende wird geteilt. Ehrensache unter Bankern!
- Die James-Bond-Vorsicht: Kontakt bitte nur über Gmail, denn ihre Dienstleitung wird von der mysteriösen „Total Management Policy“ (TMP) überwacht. Klingt wichtig, ist aber vermutlich nur die Abkürzung für „Totaler Mumpitz, Punkt“.
- Die moralische Keule: Sie betont extra, dass sie eine liebende Mutter mit zwei Töchtern und eine „integre Frau“ ist. Und welche integre Mutter plant nicht gern mal in der Mittagspause einen millionenschweren Bankbetrug mit Wildfremden?
Fazit: Clare ist bereit, ihre glanzvolle Karriere für uns wegzuwerfen. Wer da nicht zugreift, ist eigentlich selbst schuld, oder? (Spoiler: Nein.)
Abfrage der persönlichen Daten
Wir fragen nach, ob die Sache überhaupt legal sei. Clare spielt das Drehbuch einfach weiter. Aus einer Nachfrage wird ein Einverständnis zur Zusammenarbeit!
Um die „ehrliche Zusammenarbeit“ zu besiegeln, hat sie uns ihr komplettes Profil geschickt (Religion: Christlich, Wohnort: London, Hobby: Identitätsdiebstahl).
Der Haken: Bevor die Millionen fließen, sollen wir den digitalen Striptease hinlegen. Sie verlangt:
- ALLES: Name, Adresse, Beruf, Familienstand und – mein Favorit – die Religion. (Weil der liebe Gott bei 7 Millionen Pfund sicher gerne mitschaut.)
- WhatsApp: Die Bank of England regelt Millionentransfers jetzt offenbar via Status-Update.
- Den Anwalt: Ein mysteriöser Jurist soll alles wasserfest machen. Das ist der klassische Moment, in dem die „Bearbeitungsgebühren“ ins Spiel kommen.
📄 Abfrage der persönlichen Daten
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Antwort auf meine E-Mail und Ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Angesichts der Höhe des Geldbetrags und der Art dieser Transaktion ist mir absolute Ehrlichkeit zwischen uns sehr wichtig, damit wir unser Ziel erreichen. Ich möchte sichergehen, dass Sie bereit sind, diese Transaktion mit mir durchzuführen, und erwarte von Ihnen Vertrauen und Zuverlässigkeit. Ich möchte diesen hohen Geldbetrag mit Ihrer Unterstützung überweisen, und Sie brauchen sich keinerlei Sorgen um die Rechtmäßigkeit zu machen, denn was Sie betrifft, betrifft auch mich. Daher gebe ich Ihnen mein Wort: Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Ich werde alle rechtlich erforderlichen Schritte unternehmen, um einen reibungslosen Ablauf des Projekts zu gewährleisten. Es wird allen internationalen Bankgesetzen entsprechen, und ich bin überzeugt, dass die Transaktion bei sorgfältiger Nachverfolgung innerhalb von sieben Werktagen abgeschlossen sein wird.
Ich werde mir für diese Transaktion so schnell wie möglich eine neue Telefonnummer besorgen, um die Kommunikation zu erleichtern. Meine vollständigen Kontaktdaten finden Sie unten.
1. Name: Clare Lombardelli
1. Beruf: Britisch-argentinische Wirtschaftswissenschaftlerin/Professorin
2. Religion: Christlich
3. Familienstand: Verheiratet
4. Geschlecht: Weiblich
5. Geburtsdatum: 20. November 1978
6. Wohnadresse: 7 Hamilton Avenue, London N9 7PP, Vereinigtes Königreich.Bitte beachten Sie auch die beigefügte Datei mit meiner Dienst-ID.
Im Anschluss an die obigen Angaben hoffe ich sehr, dass Sie mir bei diesem Vorhaben vertrauen können. Ich bitte Sie daher, mir umgehend die folgenden Informationen zukommen zu lassen.
ABSCHNITT I
7. Ihre vollständigen Namen
8. Ihre Adresse
9. Aktueller Beruf und Position
10. Familienstand
11. Geburtsdatum
12. Religion
13. Telefonnummer (Mobil)
14. WhatsApp-NummerZunächst werde ich einen Anwalt kontaktieren, der die notwendigen eidesstattlichen Erklärungen erstellt, um Sie als Begünstigten einzusetzen. Er wird die erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden in England einholen, die alle Aspekte dieser Transaktion abdecken. Anschließend benötigen wir von Ihnen eine Kopie Ihres Personalausweises, Führerscheins oder Reisepasses. Anhand dieser Ausweiskopie und der von Ihnen bereitgestellten Informationen kann der Anwalt alle notwendigen Dokumente vervollständigen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufbauen.
Der Anwalt wird alle Nachlassangelegenheiten in Ihrem Namen regeln. Er wird alle von der Hudson International Bank benötigten Dokumente vervollständigen. Mit diesen Dokumenten werden Sie die Bank anschreiben und die sofortige Freigabe und Überweisung der Erbschaft auf Ihr gewähltes Bankkonto beantragen. Ich bin seit vielen Jahren Bankangestellte und kenne das System genau.
Sobald ich Ihre Unterlagen/Informationen erhalten habe, werde ich die notwendigen Formalitäten erledigen.
Ich bitte um Ihre zeitnahe Antwort.
Mit freundlichen Grüßen,
Clare Lombardelli
Der „Beweis“: Clares Ausweis-Fail
Damit auch der letzte Zweifler verstummt, schickt Clare dieses Prachtstück von einem Dokument. Hier die Highlights des grafischen Totalschadens:

- Die „Unterschrift“: Sie unterschreibt einfach nur mit „Clare“. In einer Schriftart, die eher nach Hochzeitskarte als nach Zentralbank aussieht. Nachnamen werden in der Bank of England wohl überbewertet.
- Datums-Chaos: Oben steht das Geburtsdatum (YYYY/MM/DD), unten das Ausstellungsdatum (Monat/Tag/Jahr). Ein bisschen Inkonsistenz hat noch keinem Scam geschadet.
- Canva-Level 1: Das Foto der echten Clare Lombardelli wurde so lieblos auf den Hintergrund geklatscht, dass man die Pixel fast einzeln zählen kann.
- Die „Sicherheitsmerkmale“: Ein paar Wellenlinien und ein blasses Logo sollen Seriosität vorgaukeln – wirken aber eher wie ein laminiertes Lesezeichen aus der Grundschule.
Fazit: Wenn das ein echter Dienstausweis ist, dann drucke ich mir morgen einen als „König von Deutschland“. Urteil: Dilettantisch gefälscht.
Realitätscheck: Gibt es Clare Lombardelli wirklich?
Ja, und genau das ist der perfide Teil der Masche! Die echte Clare Lombardelli ist kein Hirngespinst, sondern eine hochkarätige Ökonomin und tatsächlich stellvertretende Gouverneurin der Bank of England.
Die Betrüger nutzen ihren prominenten Namen als „Seriositäts-Köder“, damit potenzielle Opfer beim schnellen Googeln denken: „Mensch, die Frau gibt es ja wirklich!“ Aber Hand aufs Herz: Eine Top-Bankerin, die über die Zinspolitik einer Weltmacht entscheidet, wird wohl kaum ihre Mittagspause damit verbringen, über eine @gmail-Adresse windige 50/50-Deals an Wildfremde zu versenden. Hier wird eine echte Karriere für einen ziemlich unechten Scheck missbraucht.
Weiter gehts, Fake-Daten und der Anwalt
Hugo gibt sich geschlagen, wir schicken ein paar Fake-Daten, umgehend beginnt der nächste Teil des Scams. Der Anwalt wird ins Spiel gebracht.
Das Neueste aus Clares Märchenstunde:
- Die edle Spenderin: Clare übernimmt die Anwaltskosten von läppischen 18.300 £ einfach selbst. 10.000 £ hat sie angeblich schon angezahlt. Wer kennt sie nicht, die Top-Banker, die Wildfremden mal eben fünfstellige Beträge vorstrecken?
- Der Bank-Trick: Wir sollen ein Konto bei der (natürlich völlig fiktiven) „Hudson International Bank PLC“ eröffnen. Das ist der Moment, in dem die Scammer ihre eigene Fake-Bank-Webseite ins Spiel bringen, auf der wir dann zusehen können, wie die Millionen virtuell hin- und herwandern – bis wir echte Gebühren für die Auszahlung zahlen sollen.
- Geheimnisstufe Rot: Nicht mal ihr Ehemann darf davon erfahren! Es bleibt eine Sache zwischen uns und Clare. Ein Hauch von „James Bond“ trifft auf „Verbotene Liebe“.
- Reiseverbot: Clare ist so fürsorglich, dass sie der Bank schon erzählt hat, wir seien leider zu beschäftigt/verhindert, um nach London zu kommen. Wie praktisch – dann müssen wir uns auch nicht persönlich treffen und merken, dass sie gar nicht existiert.
📄 Jetzt kommt der Anwalt ins Spiel
Sehr geehrter Herr Hugo S.,
wie geht es Ihnen und Ihrer Familie? Ich habe Ihre Informationen an den Anwalt weitergeleitet, der die rechtlichen Dokumente für Sie als nächsten Angehörigen meines verstorbenen Mandanten Dr. Thomas J. S. vorbereitet. Bitte beachten Sie, dass diese Angelegenheit sowohl unter Berücksichtigung nationalen als auch internationalen Rechts abgewickelt wird. Der Anwalt hat zugesichert, die Dokumente innerhalb von 24 Stunden fertigzustellen.
Die Anwaltskosten belaufen sich auf 18.300,00 £, die ich selbst übernehmen werde. Ich werde ihn umgehend kontaktieren und ihm 10.000,00 £ als Anzahlung überweisen. Den Restbetrag werde ich ihm nach Fertigstellung der Dokumente zahlen. Sobald die Dokumente fertiggestellt sind, werde ich Ihnen und der Hudson International Bank PLC eine Kopie zukommen lassen und Sie als letzten überlebenden Angehörigen unseres verstorbenen Mandanten benennen.
Der Anwalt wird das Testament meines verstorbenen Mandanten zu Ihren Gunsten aufsetzen und anschließend die eidesstattliche Vollmacht beim Obersten Gerichtshof einholen.
Ich habe das Geld selbst eingezahlt und sende Ihnen eine Kopie des gesamten Dokuments sowie eine Kopie der Einzahlungsbestätigung, falls die Bank diese zur Bestätigung Ihrer Erbschaft benötigt. Normalerweise erhalten Sie einen Termin, um die Sendung bei der Hudson International Bank PLC in Großbritannien abzuholen, da diese als Sendung hinterlegt wurde. Ich werde die Bank jedoch darüber informieren, dass Sie als überlebender Angehöriger aufgrund dringender familiärer Angelegenheiten nicht reisen können.
Sie müssen anschließend ein Online-Konto bei der Hudson International Bank PLC eröffnen. Diese bietet auch Online-Banking an. Die Kontaktdaten der Bank sende ich Ihnen zusammen mit den Dokumenten, sobald der Anwalt die Vorbereitung abgeschlossen hat.
Sobald Sie die Bank kontaktieren, teilen Sie ihr mit, dass Sie ein Online-Konto eröffnen möchten, um die 7.000.000 £ Ihrer Erbschaft, die sich in ihrer Obhut befinden, auf Ihr Online-Konto zu erhalten. Nach der Kontoeröffnung wird das Geld überwiesen und Sie erhalten Ihre Kontodaten, wie Kontonummer und PIN-Code, sowie alle notwendigen Informationen für den Zugriff auf Ihr Online-Banking-System. Das Geld befindet sich bereits in Ihrem Besitz, sobald Sie Ihre Kontodaten erhalten haben.
Sie müssen sich lediglich in Ihr Online-Konto bei der Hudson International Bank PLC einloggen und das Geld von dort auf Ihr angegebenes Konto in Ihrem Heimatland überweisen. Dies entspricht einer Überweisung von Ihrem Konto in Großbritannien auf Ihr anderes Konto in Ihrem Heimatland. Sie können das Geld auch von Ihrem Online-Konto bei der Hudson International Bank PLC auf jedes beliebige andere Konto Ihrer Wahl überweisen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich aus Sicherheitsgründen für diese Transaktion keine dritte Partei benötige. Es handelt sich ausschließlich um eine Angelegenheit zwischen Ihnen und mir. Nicht einmal mein Mann weiß aufgrund meiner Position im Büro davon. Ich gehe so vor, denn wenn ich die Behörden darüber informiere, dass mein verstorbener Mandant keine Angehörigen hat, verfällt das Geld automatisch und wird als herrenloses Vermögen an die Staatskasse überwiesen.
Nochmals vielen Dank für Ihr Verständnis. Ich hoffe, bald von Ihnen zu hören. Sie können mir jederzeit eine E-Mail schreiben. Sofern ich nicht beruflich eingespannt bin, antworte ich Ihnen umgehend. Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Clare Lombardelli
Der Köder ist jetzt mit extra viel Zucker überzogen. Clare spielt die großzügige Komplizin, die alles regelt, während wir nur darauf warten müssen, dass der „Anwalt“ uns bald nach einer kleinen, winzigen „Aktivierungsgebühr“ für das Online-Konto fragt.
Auf die Frage, ob Gebühren anstehen, wird ausgewichen:
Ja, Sie müssen die Gebühr für die Eröffnung des Offshore-Kontos übernehmen. Das Konto wird auf Ihren Namen eröffnet, und Sie erhalten Online-Zugang, um es zu verwalten und darauf zuzugreifen.
Das klingt doch regelrecht nach einer Gebühr, nun drücke Clare auf die Schuld-Drüse, sie hat bereits einiges an Geld investiert:
Ich habe einen erheblichen Betrag in diese Transaktion investiert, unter anderem die Gebühren für die Erstellung der Dokumente für das Offshore-Konto in Ihrem Namen. Es stehen Ihnen drei Kontooptionen zur Auswahl. Bitte wählen Sie diejenige, deren Kontoeröffnungsgebühr Sie sich leisten können.
Der Anwalt hat die Unterlagen fertig, bald wird es teuer
Die Story bekommt einen neuen Charakter: Daniel Wang! Den bekannten fiktiven Banker kennen wir bereits von anderen Scams.
Clare schickt uns, dieses Mal, zur „Hudson International Bank PLC“ – und die ist ein echtes Wunderwerk:
- Ortlos glücklich: Die Bank residiert laut Adresse in London, nutzt aber eine Postleitzahl aus Edinburgh. Diese Bank ist so exklusiv, dass sie gleichzeitig in zwei Ländern existiert.
- Der neue „Freund“: Vorhang auf für Daniel Wang. Er leitet die Online-Abteilung und wartet nur darauf, uns ein Konto zu eröffnen.
- Die Falle schnappt zu: Wir sollen Daniel schreiben, um ein Online-Konto für die 7 Millionen zu beantragen.
Ich habe den Anwalt außerdem gebeten, die Hudson International Bank PLC nach der Übermittlung der Unterlagen zu kontaktieren und zu erklären, dass Sie der einzige überlebende Angehörige meines verstorbenen Mandanten sind. Er hat der Bank mitgeteilt, dass Sie aufgrund familiärer Angelegenheiten nicht nach Edinburgh reisen können, um die Sendung abzuholen. Die Bank weiß bereits, dass sich Geld in der Sendung befindet, da ich es als Tresor bei der Hudson International Bank PLC hinterlegt habe.
Die Hudson International Bank PLC bietet auch Bankdienstleistungen an, darunter Online-Banking. Um die Transaktion durchzuführen, müssen Sie ein Online-Konto eröffnen.
Es wird empfohlen, dass Sie sich mit der Hudson International Bank PLC in Verbindung setzen. Die Kontaktdaten der Online-Abteilung finden Sie unten.
Hudson International Bank PLC
40 Bank Street, Canary Wharf, London, E14 5NR, UK
EH11 3TP NR 6883/5/M/93/19.
Abteilung Internationale Überweisungen.
E-Mail: accounts@hudsonfb.com
Öffnungszeiten: 8:00–19:00 Uhr britischer Zeit.Ansprechpartner: Herr Daniel Wang
Die Webseite hudsonfb.com
Natürlich schauen wir auch mal auf der Webseite vorbei, dort erwartet uns keine Webseite sondern nur ein:
Our website is under maintenance
Vertrauenswürdig geht anders! Wir erstellen eine Abuse-Meldung und melden es dem Hoster.
Das Menü des Wahnsinns: Werden Sie Millionär – für nur 850 Pfund!
Endlich ist es so weit: Die „Hudson Financial Bank“ hat uns die Preisliste für unseren neuen Reichtum geschickt. Es ist wie beim Mobilfunkvertrag, nur dass am Ende kein Handy, sondern (angeblich) 7 Millionen Pfund warten.

Die Highlights der „Kontoeröffnung“:
- Wähle dein Schicksal: Man hat die Wahl zwischen dem „Sparkonto“ für Sparfüchse (£850), dem „Girokonto“ für Eilige (£1.600) und dem „Premiumkonto“ für echte High-Roller (£2.700). Wer 2.700 Pfund zahlt, kriegt sein Geld sofort. Wer geizt, muss drei Tage warten. Logisch, oder?
- Die „Logik“-Lücke: Die 7 Millionen sind zwar da, aber – Überraschung! – man kann die läppischen 850 Pfund für die Kontoeröffnung nicht einfach davon abziehen. Das Geld muss „frisch“ von uns kommen. Warum? Weil die Scammer keine Lust auf Verrechnung haben, sondern auf euer echtes Erspartes.
- Offshore-Glanz: Wir bekommen ein „Offshore-Transitkonto“. Das klingt so sehr nach Geldwäsche-Thriller, dass man fast die Sonnenbrille aufsetzen möchte.
- Identitäts-Shopping: Neben dem Geld wollen sie jetzt auch noch ein Foto vom Reisepass oder Führerschein. Klar, wenn man schon das Geld klaut, kann man den Identitätsdiebstahl auch gleich mitnehmen. Doppelt hält besser.
Kurz, der Vorhang ist gefallen. Aus der netten Erbschafts-Story ist eine plumpe „Zahl-erstmal-Gebühren“-Falle geworden.
Phase: Der „arme Hugo“ – Werden wir jetzt verlassen?
Wir haben den „Ich-habe-kein-Geld-und-Angst“-Joker gezogen. Hugos Antwort an die Millionen-Bank: „Warum kostet das was? Ich dachte, es wäre gratis!“
Hallo, ich habe leider nicht soviel Geld, warum muss ich überhaupt zahlen? Ich dachte es wäre kostenlos?
In was bin ich da nur reingeraten?Hugo
Kommentare
Kommentare werden geladen…
Kommentar schreiben