Achtung, Phishing: Die angebliche „Urheberrechtsverletzung“ von Prostock-Studio
Inhalt
Wer einen YouTube-Kanal betreibt und vielleicht Musik oder andere Fremde Werke in seinen Videos verwendet, ist schnell erschrocken, wenn eine E-Mail mit einer angeblichen Copyright-Meldung ins Postfach flattert.
Die E-Mail
Die E-Mails der Masche unterscheiden sich in Qualität und Machart. Dahinter steckt aber immer der gleiche Ablauf. Ein angeblicher Copyright-Verstoß auf dem Kanal. Dazu ein Link, zur Prüfung. Ein klassischer Fall von Zugangsdaten-Phishing.
📄 Urheberrechtshinweis von Prostock-Studio (Referenz: CMS-25603-2026)
Hello,
We got an intellectual property alert regarding content from account.
Reference ID: CMS-25603-2026
Alerted content:
https://share.google/XDEU75bn49nMwm9wtOutline of the copyrighted content:
Video FootageWe request that you review this matter and as applicable, take down or restrict access to the aforementioned content.
If the content is not removed, the notifier could seek enforcement via the appropriate platform or via legal procedures as appropriate.
Reporting party:
Prostock-StudioStatement:
The complainant has affirmed that they genuinely believe that the material is being used without permission and that the information provided is accurate under penalty of perjury.

Prüfung im Dashboard
Grundsätzlich gilt, nicht den Link in Mails verwenden, sondern direkt ins Dashboard von YouTube schauen. Dort sollten Warnungen und Hinweise angezeigt werden.
Wir klicken den Link an: dmca-report.click
Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen und klicken den Link an. In einer virtuellen Maschine. Der Link führt zu dmca-report.click, in der Regel Wegwerfdomains, die vom Namen her einen offiziellen Eindruck vermitteln sollen.
Hier sollen wir nun Kanalnamen eingeben, wir testen es mit einem beliebigen Kanal.

Wie überraschend findet sich etwas. Im Grunde wird einfach ein beliebiges Video genommen, angezeigt und gesagt, dass hier ein Verstoß gefunden wurde.

Zur Behebung sollen wir uns einloggen, natürlich mit den Google-Zugangsdaten. Hier liegt es Pudels Kern. Am Ende geht es um schnödes Abfischen der Zugangsdaten.
Kleiner Fun-Fact, auch wenn die Seite gut gemacht ist, das Login-Fenster verrät sich hier etwas mit russischen Zeichen in der Titelleiste.

Fazit
Der Fall zeigt einmal mehr: Angst ist das effektivste Werkzeug von Cyberkriminellen. Die Aussicht auf einen Strike oder die Löschung des eigenen YouTube-Kanals lässt viele Creator unüberlegt klicken.
Grundsätzlich gilt es Copyright-Verstöße direkt bei YouTube zu prüfen und nicht über Drittanbieter-Seiten. Und wie immmer gilt Ruhe bewahren und keine Panik-Reaktionen.
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